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Die Bedeutung der Wirtschafsbiologie bei der Ursachenerforschung der Alterung

Die Wirtschaftsbiologie ist die neue Medizinwissenschaft, die die Wirtschaft (die Wissenschaft der Organisation) auf die Biologie, die Wissenschaft des Lebens, anwendet. 

Der neue medizinwissenschaftliche Zweig ist der Intuition des wissenschaftlichen Forschers Dr. Fernando Santarelli zu verdanken. Seine Studienlaufbahn umfaβte beide Gebiete, Wirtschaft und Medizin. So wurde er sich der Lücken bewuβt, die gegenwärtig bei der Suche nach einer tieferen und fruchtbaren Kenntnis des menschlichen Organismus noch bestehen. Der neue Wissenschaftszweig der Wirtschafsbiologie kann diese Lücken schlieβen; denn sie stützt sich auf neue Prinzipien und neue wissenschaftliche Gesetze und gewährt damit einen weiter gespannten Ueberblick über die biologischen Erscheinungen. 

Bisher gründete sich die Kenntnis des menschlichen Körpers im medizinischen Bereich auf Prinzipien und wissenschaftliche Gesetze der "biologischen Chemie" - deren Grundlage die traditionelle allgemeine Chemie ist - sowie auf Prinzipien und Gesetze der Physiologie, deren Grundlage  wiederum Prinzipien und Gesetze der Physik sind und die den Funktionsmechanismus der verschiedenen Organe erklärt.

Die Wirtschaftsbiologie nun untersucht den menschlichen Organismus im Lichte neuer "Prinzipien" und "wirtschaftlicher Gesetze", die bisher unberücksichtigt blieben, und klärt den organisatorischen Aspekt und seine Veränderungen im Organismus auf. Programmatische und organisatorische Funktion der Dna  Es ist deshalb anzunehmen, daβ die Wirtschaftsbiologie diejenige Wissenschaft ist, die für die Erforschung der Organisation des Organismus am besten geeignet ist.

Zusammenfassend kann gesagt werden, daβ die Natur sich im menschlichen Organismus durch eine Erscheinungswirklichkeit ausdrückt, die neben den "physikalischen" und "chemischen" Aspekten auch einen wirtschaftlichen Aspekt aufweist, auf den bisher nicht gesondert eingegangen wurde. Wegen des bemerkenswerten Beitrages, den dieser wirtschaftliche Aspekt zur besseren und vollständigeren Kenntnis der biologischen Erscheinungen liefern kann, und insbesondere der involutiven Erscheinung des Alterns, sollte er jedoch ausdrücklich behandelt werden.

Programmatische und organisatorische Funktion der Dna

Ausgehend von der Dna - die einem wirtschaftlichen Standpunkt aus gesehen den "programmatischen" und "organisatorischen" Faktor des Organismus und sein Schicksal darstellt - erkennt man die stufenweise Entwicklung des Organismus von der Jugend über die Reife bis hin zum Alter. Mit Hilfe einer neuen Forschungsmethode kann jedoch das Alter auf wirksame Weise bekämpft werden. Diese Methode wendet die im folgenden aufgeführten Prinzipien und Gesetze der Wirtschaft an und kann als Globale Methode bezeichnet werden, da sie, von der Dna ausgehend, sämtliche möglichen, bisher nicht in Betracht gezogenen Ursachen der Alterung untersuchen kann, indem sie das Prinzip des "gröβtmöglichen Ergebnisses" anwendet. Die Wirtschaft als Wissenschaft der Organisation stützt sich ja auf bestimmte "Prinzipien" und wirtschaftliche Gesetze, die die Erreichung bestimmter wissenschaftlicher Ziele ermöglichen, und erklärt dabei gleichzeitig den wirtschaftlichen Aspekt der Erscheinungen, die das Forschungsobjekt bilden.

Um den besonderen "Nutzen" und das Anwendungsfeld der Wirtschaftsbiologie noch besser zu beleuchten, soll hervorgehoben werden, daβ diese Disziplin auβer den organisatorischen Veränderungen, die beim Uebergang von einem Zustand biologischer Normalität in einen krankhaften Zustand auftreten,  auch grundlegende organisatorische Aspekte sowohl "statischer" als auch "dynamischer" Erscheinungen erklären kann. Bei biologischen Erscheinungen dynamischen Charakters, die durch zeitliche Veränderungen gekennzeichnet sind, kann die Wirtschaftsbiologie ihren besonderen Beitrag leisten, indem sie die möglichen Ursachen und Bedingungen aufzeigt, unter denen diese Veränderungen stattfinden, wie dies z.B. der Fall ist in der evolutiven Periode des "jugendlichen" Wachstums, das gefolgt ist vom Stillstand des Wachstums und darauffolgender mehr oder weniger ausgeprägter "Involution" der psycho-physischen Fähigkeiten des Individuums, die die Alterung kennzeichnet.


Wirtschaftsprinzipien

Von grundlegender Bedeutung ist das Prinzip des mit einem bestimmten "Mittel" erzielbaren "gröβtmöglichen Ergebnisses", oder des "geringsten Mittels", wenn das "Ziel" bekannt ist. Dieses Prinzip des "gröβtmöglichen Ergebnisses" oder des "geringsten Mittels" setzt immer voraus, daβ eine bestimmte Ausgangsinformation bekannt ist. Diese Information kann das Mittel sein, mit dem man bestrebt ist, das gröβtmögliche Ergebnis zu erzielen; oder man wird versuchen, das Ziel mit dem Mindesteinsatz an Kraft zu erreichen. Man kann die Bedeutung dieses Prinzips leicht erkennen, wenn man das praktische Verhalten des "rationellen" Individuums beobachtet: es wendet dieses Prinzip instinktiv bei seiner Tagesaktivität an, um Energie zu sparen.

 

Von besonderer Bedeutung zur Erklärung und Verfolgung organisatorischer Ziele sind die Prinzipien der "Arbeitsteilung und Spezialisierung" und der "gegenseitigen Abhängigkeit und Zusammenarbeit". Diese Prinzipien kommen im menschlichen Organismus sämtlich in höchstem Maβe zur Anwendung. Wie wir wissen, weist dieser eine Vielzahl besonderer "Organe" auf, von denen jedes eine "spezialisierte", sich harmonisch koordinierende Funktion ausübt, in "gegenseitiger Abhängigkeit" mit allen anderen Organen zusammenarbeitet und so die wunderbare Einheit und gröβtmögliche Effizienz des menschlichen Körpers schafft.

Wirtschaftsgesetze

Auβer den vorgenannten Wirtschaftsprinzipien, die hier erstmalig im medizinischen Bereich erwähnt werden, ist anzunehmen, daβ auch die grundlegenden "Wirtschaftsgesetze" von "Angebot" und "Nachfrage" eine groβe biologische Bedeutung haben. Diese Gesetze regeln die Lebensaktivität jeden Organs und die des Organismus als Einheit.

Hierzu genügt es,  auf die Notwendigkeit des Gleichgewichts zwischen diesen Gesetzen als wichtiger Effizienzanzeiger der verschiedenen Organe hinzuweisen. Wenn der steigenden "Nachfrage" nach einer bestimmten biologischen Leistung nicht ein angemessenes "Angebot" gegenübersteht, sinkt die Effizienz, und das Gleiche gilt bei einem gesteigerten "Angebot", wenn keine entsprechende "Nachfrage" vorhanden ist.

Als Beispiel soll nur an die Pumptätigkeit des Herzens erinnert werden:  das "Angebot" des Herzens stellt die "Nachfrage" nach einem ausreichenden Blutzustrom. Wäre dieser nicht verfügbar, käme es zur  bekannten Herzdekompensation.

Die vorstehenden Prinzipien und Gesetze der Wirtschaftsbiologie wurden hier zum besseren Verständnis aufgeführt; denn sie blieben bei der traditionellen Wissenschaft bisher im wesentlichen unbeachtet. Die Forschung der traditionellen Wissenschaft im Bereich des menschlichen Organismus gründet sich vorwiegend auf die Physiologie und auf die biologische Chemie. Die Physiologie erklärt das Funktionieren der Organe, ihre Prinzipien und Gesetze stützen sich auf die Physik, die biologische Chemie wiederum gründet sich auf die allgemeine Chemie und erklärt die Struktur und die chemischen Umwandlungen der verschiedenen Organe.

Dna und Anwendung der wirtschaftlichen Prinzipien

Der Hinweis ist wichtig, daβ die besagten Prinzipien auch auf der Ebene sämtlicher Gewebe, Zellen, Chromosomen sowie von der Dna befolgt werden und somit auch von den "Genen" mit ihrer wichtigen Unterscheidung in "strukturelle Gene", "Reglergene" und "Repressor-Gene".

Im organisatorischen Rahmen ist es sodann wesentlich, den Beitrag jeden mitbildenden Elementes zu bewerten. Diese erfolgt mit Hilfe des grundlegenden Prinzips der "Effizienz", das hier seine volle Wichtigkeit offenbart, da es sich auf ein einzelnes oder auf mehrere Organe, aber auch auf den Organismus in seiner strukturellen Gesamtheit beziehen kann: das Prinzip der Effizienz kann andererseits auch auf den Organismus im Rahmen seiner zeitlichen "Evolution" angewandt werden und deren Veränderungen messen, was sicherlich von grundlegender Bedeutung ist, um die konkrete Wirksamkeit bestimmter therapeutischer Maβnahmen bei der Alterstherapie zu bewerten.

Bei Anwendung des wirtschaftlichen Prinzips der Effizienz auf die Zellebene und folglich auf den gesamten Organismus kann festgestellt werden, dass die Effizienz in der Jugend am höchsten ist und in der folgenden "involutiven" Alterungsperiode allmählich abnimmt.

Da die jugendliche "höchste Effizienz" bei Erreichung der vollständigen Entwicklung des Organismus erzielt wird, wird es klar, daβ die grundlegende "organisatorische Ursache" der folgenden involutiven Alterungsperiode in der Unmöglichkeit eines weiteren Wachstums des Organismus liegt. Diese organisatorische Ursache kann leicht anhand der "wirtschaftlichen Prinzipien" der Arbeitsteilung und der Funktion, Spezialisierung, gegenseitigen Abhängigkeit und Zusammenarbeit mehrerer Operationseinheiten erklärt werden.

Die genannten Prinzipien sind auch auf die die unterschiedlichen Organe bildenden Zellvölker anwendbar. Diese können entsprechend der Dauer ihrer Funktion im Organismus und dem Prinzip der Spezialisierung nach der bekannten Klassifizierung von Bizzozero in "permanente", "labile" und "stabile" Zellvölker eingeteilt werden. 

Zellvölker

"Permanente" Zellen, z.B. Nervenzellen und Zellen der Streifenmuskeln bleiben das ganze Leben lang im Organismus. "Labile" Zellen, z.B. Blutzellen, erneuern sich ständig und bleiben also nicht lebenslang im Organismus. "Stabile" Zellen, wie die der Leber, des Pankreas, des Bindegewebes, der glatten Muskeln, duplizieren sich und wachsen bis zum Abschluss der "vollständigen Entwicklung", also bis zum Erreichen der für den Gesamtorganismus geeignetsten und "günstigsten" Gröβe, Morphologie und Funktionalität.

Da die höchste Zelleffizienz an die Möglichkeit der fortlaufenden "Duplizierung" der Zelle und ihrer Dna gebunden ist, bedeutet jede "Begrenzung" der Duplikation eine Verringerung der Effizienz und leitet den "involutiven" Alterungsprozess ein, der mit der Herabsetzung der Duplikation der stabilen Zellen bei Erreichung der vollständigen Entwicklung des Organismus beginnt.

Aufgrund der Beziehungen gegenseitiger biologischer Abhängigkeit wird davon ausgegangen, daβ die Effizienzverringerung bei den stabilen Zellen auf die labilen und permanenten Zellbevölkerungen übergreift und somit die Alterung des gesamten Organismus in seiner Einheit bewirkt. Herabgesetzte Zelleffizienz - die Versuche von Alexis Carrel

Herabgesetzte Zelleffizienz - die Versuche von Alexis Carrel und anderen

Der Beweis für die geringere Zelleffizienz kann durch die Versuche von Alexis Carrel mit Bindegewebszellkulturen in "begrenztem" Kulturboden erbracht werden.

Beim Menschen scheint andererseits längeres Fasten eine Reihe von biologischen Erscheinungen auszulösen, die darauf hinweisen, daβ die Natur Gesetze strenger " Wirtschaftsbiologie" anwendet, um das Ueberleben des Individuums so lange wie möglich zu sichern: es findet hierbei ein "hierarchischer" "Autolyse"-Prozess statt, der die weniger effizienten, labilen und stabilen Zellen benutzt. Die permanenten Zellen des Nervensystems und der Streifenmuskeln werden dabei bis zuletzt verschont.

Andere bekannte Forscher wie Walford, Binet, Bourlière und Roth beobachteten bei Tieren, die mit einer "Niedrigkaloriendiät" ernährt wurden, die eine mengenmäβige Beschränkung, jedoch gröβte Beachtung der Nahrungsqualität vorsah, eine beachtliche Verlängerung der Lebensdauer. Diese ist der Verwendung der weniger effizienten, labilen und stabilen eigenen Zellen im Körper dieser Tiere bei der "Autolyse" zuzuschreiben.

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